Bildschirmzeit und Smartphone-Nutzung bei Kindern Teil 1 – Fakten, Widersprüche und Perspektiven von Fachleuten
Forschung dafür und dagegen: Wie lassen sich Technologie und kindliche Entwicklung miteinander vereinbaren?
Im Laufe des kommenden Monats stellen wir unseren Leserinnen und Lesern eine Artikelserie für Eltern vor, die sich mit Bildschirmzeit, Smartphones und der Entwicklung von Kindern im frühen Kindesalter und im Grundschulalter beschäftigt.
Warum sind Eltern derzeit so verunsichert?
Wenn neben dir ein kleines Wesen sitzt, das versucht, möglichst unauffällig dein Smartphone zu schnappen, sich an einen gemütlichen Ort zurückzuziehen und zu scrollen, hast du dir sehr wahrscheinlich schon mindestens einmal folgende Frage gestellt:
„Wann schade ich meinem Kind eigentlich – wenn ich ihm die Nutzung des Smartphones erlaube oder wenn ich sie verbiete?“
Genauso wahrscheinlich ist es, dass dir in den sozialen Medien regelmäßig widersprüchliche Aussagen begegnen, zum Beispiel:
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„Smartphones schädigen das Gehirn von Kindern, und das Internet macht abhängig“,
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„Ohne digitale Kompetenzen können Kinder nicht mit Gleichaltrigen kommunizieren, sich nicht integrieren, nicht konkurrieren und werden in Zukunft zurückbleiben.“
Interessanterweise sind beide Aussagen zugleich übertrieben – und teilweise zutreffend.
Und genau das macht dieses Thema so komplex.
In den letzten Jahren stellen Eltern besonders häufig folgende Fragen:
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Schadet frühe Bildschirmzeit der Gehirnentwicklung von Kindern?
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Kann die Nutzung von Smartphones bereits im Kindesalter süchtig machen?
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Haben Kinder ohne Technologie später größere Schwierigkeiten, sich in der modernen Welt zurechtzufinden?
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Und warum unterscheiden sich die Meinungen von Eltern und Fachleuten so oft?
Was zeigen wissenschaftliche Studien tatsächlich über den Einfluss von IT-Technologien auf Kinder im Vorschul- und Grundschulalter?
Befinden wir uns am Beginn einer neuen digitalen Realität, in der jene gewinnen, die sich am schnellsten anpassen – oder bewegen wir uns in eine Richtung ohne Zukunft, in der wir das Wichtigste verlieren: unsere Menschlichkeit?
Um diese Fragen ehrlich zu beantworten, muss eines gleich zu Beginn gesagt werden:
👉 Es gibt keine einfachen, schwarz-weißen Antworten.
Was wir tun können, ist, einen Mittelweg zu finden – durch einen reflektierten und bewussten Umgang mit Technologie.
Und genau das zeigen auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.
„Bildschirmzeit“ – ein Begriff, der sich als zu simpel erweist
Noch vor relativ kurzer Zeit dominierte eine einfache Vorstellung:
Je mehr Bildschirmzeit, desto schlechter.
In den letzten Jahren hat jedoch ein deutlicher Perspektivwechsel stattgefunden.
Forschende betonen zunehmend, dass der Begriff „Bildschirmzeit“ viel zu allgemein und unscharf ist.
👉 Eine Stunde vor dem Bildschirm kann ganz unterschiedliche Erfahrungen bedeuten:
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ein Kind konsumiert passiv einen endlosen Strom von Videos;
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ein Kind erkundet gemeinsam mit einem Elternteil eine Weltkarte;
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ein Kind programmiert einen Roboter oder zeichnet digital;
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ein Kind spielt ein Spiel, das logisches Denken oder Zusammenarbeit fördert.
Aus genau diesem Grund ist die American Academy of Pediatrics (AAP) in den letzten Jahren von strikten zeitlichen Begrenzungen für ältere Kinder abgerückt und empfiehlt stattdessen, den Fokus auf Inhalt, Kontext und Ziel der Nutzung zu legen – nicht allein auf die Uhr.
https://www.healthychildren.org/English/media/Pages/default.aspx
Mit anderen Worten:
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr „wie lange?“,
sondern „wie, warum und mit wem?“

Wo Forschung dennoch zu klaren Übereinstimmungen kommt
Auch wenn das Gesamtbild differenziert ist, gibt es Bereiche, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse erstaunlich eindeutig sind.
💤 Schlaf – ein leiser, aber äußerst wirkungsvoller Faktor
Wenn es ein Thema gibt, über das Forschende kaum streiten, dann ist es der Schlaf.
Interessanterweise liegt das Problem nicht im Smartphone selbst, sondern im Zeitpunkt, zu dem es ausgeschaltet werden sollte.
Bildschirmnutzung am Abend und im Schlafzimmer:
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verkürzt die Schlafdauer,
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macht den Schlaf oberflächlicher,
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beeinflusst die Emotionsregulation am folgenden Tag.
Systematische Studien zeigen, dass Kinder, die elektronische Geräte im Schlafzimmer haben, häufiger unter folgenden Problemen leiden:
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Reizbarkeit,
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Konzentrationsschwierigkeiten,
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erhöhter Impulsivität.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29367337/
Nach aktuellen Studien und Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen wird für Kinder im Vorschulalter (etwa 2–5 Jahre) empfohlen, mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen keine Smartphones, Tablets oder andere Bildschirme zu nutzen. Dies trägt zu einer besseren Schlafqualität bei und erleichtert das Einschlafen.
🧠 Warum das so wichtig ist
1. Einfluss von blauem Licht
Das von Bildschirmen ausgestrahlte Licht – insbesondere im blauen Spektralbereich – hemmt die Produktion von Melatonin, jenem Hormon, das dem Körper signalisiert, dass es Zeit ist, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Dies kann das Einschlafen verzögern und die Schlaftiefe verringern.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6295443/
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8933063/
https://www.sleepfoundation.org/children-and-sleep/how-blue-light-affects-kids-sleep
2. Gehirnstimulation
Aktive Inhalte (Spiele, Videos) am Abend stimulieren Aufmerksamkeit und Nervensystem, wodurch es dem Gehirn schwerfällt, vor dem Zubettgehen „abzuschalten“.
https://www.kidshealth.org.nz/screen-time-sleep
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5839336/
Technologie an sich ist nicht „böse“ – aber Schlaf ist eine Grundlage gesunder Entwicklung und leicht beeinflussbar.
👀 Sehvermögen – ein oft unterschätzter Faktor
Über dieses Thema wird weniger gesprochen, doch die Forschungsergebnisse sind sehr eindeutig.
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte umfassende Meta-Analyse zeigt:
Jede zusätzliche Stunde Bildschirmzeit pro Tag erhöht das Risiko für Kurzsichtigkeit, während Zeit im Freien bei Tageslicht dieses Risiko deutlich senkt.
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2822344

Verdrängt Bildschirmnutzung Wesentliches aus dem Alltag eines Kindes?
Ja — wenn die Nutzung übermäßig, passiv oder qualitativ gering ist.
In der Forschung spricht man hier vom Displacement-Effekt – einer Situation, in der Bildschirmnutzung Erfahrungen ersetzt, die für die kindliche Entwicklung zentral sind.
Was verdrängt Bildschirmnutzung im Vorschulalter am häufigsten?
1. Freies, unstrukturiertes Spiel
In der Entwicklungspsychologie gilt freies Spiel als Grundlage für:
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die Entwicklung der Fantasie
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Problemlösefähigkeiten
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Selbstregulation und kreatives Denken
Bildschirmangebote liefern dem Kind bereits fertige Inhalte – es muss keine eigenen Geschichten, Rollen oder Lösungen entwickeln.
Wenn Bildschirme systematisch freies Spiel ersetzen, verringern sich die Möglichkeiten, kreatives Denken und kognitive Flexibilität zu trainieren.
Quellen:
https://www.aap.org/en/patient-care/media-and-children/
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6469753/
2. Bewegung und körperliche Erfahrung
Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen erhöhter Bildschirmzeit und:
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geringerer körperlicher Aktivität
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schwächer ausgeprägter Grob- und Feinmotorik
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einer weniger entwickelten Körperwahrnehmung
Im Vorschulalter ist die Gehirnentwicklung eng mit Bewegung verknüpft – Kinder denken mit ihrem Körper.
Längeres Sitzen vor dem Bildschirm reduziert diese grundlegenden Erfahrungen.
Quellen:
https://www.who.int/publications/i/item/9789241550536
https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-017-3955-8
3. Lebendige soziale Interaktion
Die Entwicklung von Sprache, Empathie und sozialem Verständnis geschieht durch:
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Dialog
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Blickkontakt
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spontane, nicht vorhersehbare Situationen
Passive Bildschirmnutzung bietet nicht die Rückmeldung, die ein realer Mensch geben kann, und kann die Zeit verringern, die Kinder im Gespräch mit Erwachsenen oder Gleichaltrigen verbringen.
Quellen:
https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/fullarticle/2669722
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5823000/
Kann Bildschirmnutzung auch einen positiven Beitrag leisten?
Ja — unter bestimmten Voraussetzungen.
Die Forschung behauptet nicht, dass Bildschirme grundsätzlich schädlich sind, betont jedoch, dass ein Nutzen nur unter klaren Bedingungen möglich ist.
1. Wenn die Inhalte hochwertig, altersgerecht und sinnvoll sind
Digitale Umgebungen können in kurzer Zeit Interesse wecken – durch ansprechende, bildende Inhalte mit der Möglichkeit, diese zu analysieren, zu vergleichen und Schlussfolgerungen zu ziehen. Dadurch kann:
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das Weltverständnis des Kindes erweitert werden
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Wissen über Natur-, Kultur- und soziale Prozesse vermittelt und die Motivation gestärkt werden, diese auch im realen Leben zu erkunden
-
Neugier und Fragen zur Umwelt angeregt werden
Studien betonen jedoch, dass dieser Nutzen begrenzt ist – digitale Inhalte ersetzen reale Erfahrungen nicht, wenn ihnen keine aktive Auseinandersetzung folgt.
Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6723268/
https://www.commonsensemedia.org/research
2. Wenn Bildschirmnutzung gemeinsam mit einer erwachsenen Person erfolgt (Co-Viewing)
Einer der wichtigsten positiven Faktoren in der Forschung ist die aktive Präsenz einer erwachsenen Bezugsperson.
Wenn Erwachsene:
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das Gesehene kommentieren
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Fragen stellen
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Bildschirminhalte mit dem realen Leben verknüpfen
lernt das Kind, Informationen zu analysieren statt sie nur zu konsumieren.
Quellen:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6843420/
https://www.aap.org/en/news-room/news-releases/aap/2016/american-academy-of-pediatrics-announces-new-recommendations-for-childrens-media-use/
3. Wenn Bildschirme zu Aktivitäten außerhalb des Bildschirms anregen
In positiven Beispielen wirkt der Bildschirm als Impulsgeber:
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ein Video über Tiere → Spiel, Zeichnen, Fragen
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eine Geschichte → Rollenspiel
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ein einfaches Experiment → Ausprobieren in der realen Umgebung
In solchen Fällen ist der Bildschirm nicht der Endpunkt, sondern der zündende Funke.
Quelle:
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2018.01839/full
Kritisches Denken im Vorschulalter
Forschungen zeigen eindeutig:
Kritisches Denken befindet sich im Vorschulalter noch im Aufbau.
Kinder in diesem Alter:
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können die Glaubwürdigkeit von Informationen noch nicht selbstständig beurteilen,
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unterscheiden Werbung nicht zuverlässig von Fakten,
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nehmen Inhalte meist wörtlich und ungefiltert auf.
Deshalb betonen Fachleute, dass kritisches Denken nicht durch den Bildschirm selbst entsteht, sondern durch Gespräche über das Gesehene.
Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7602468/
https://www.unicef.org/globalinsight/media/children-and-media
Psychische Gesundheit: überraschend vielschichtige Ergebnisse
In den Medien ist häufig zu lesen, Bildschirmzeit „verursache Depressionen und Angststörungen“.
Ein genauer Blick in die wissenschaftliche Forschung zeigt jedoch ein deutlich komplexeres Bild.
Der UNICEF-Innocenti-Bericht 2025 stellt fest:
Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass Bildschirmzeit an sich direkt psychische Erkrankungen verursacht.
👉 Ein erhöhtes Risiko entsteht vielmehr durch:
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unkontrollierte, kompulsive Nutzung,
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soziale Vergleichsmechanismen in sozialen Netzwerken,
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Cybermobbing,
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Schlafmangel,
-
emotionale Einsamkeit.
https://www.unicef.org/innocenti/reports/childhood-digital-world
Mit anderen Worten: Technologie verstärkt die Qualität bestehender Umgebungen und Beziehungen – sie wirkt nicht im luftleeren Raum.
Kleine Kinder und Technologie: Was Forschende wirklich zu verlieren fürchten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in einem Punkt sehr klar:
In der frühen Kindheit sind lebendige, verkörperte Erfahrungen am wichtigsten – Bewegung, Spiel, Berührung, Gespräch, Blickkontakt.
https://www.who.int/publications/i/item/9789241550536
Interessanterweise sorgen sich Forschende weniger darum, dass Kinder „lernen, Knöpfe zu drücken“,
sondern vielmehr darum, dass Bildschirme Beziehungen ersetzen könnten.
Ein Kind kann technisch sehr versiert sein, aber dennoch Defizite haben in:
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emotionaler Selbstregulation,
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sozialer Erfahrung,
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kritischem Denken.
Können Technologien auch die Entwicklung fördern?
Ja – und hier zeigt sich ein weiterer wichtiger Perspektivwechsel.
Studien zu informatischem Denken, Programmiergrundlagen und kreativen digitalen Aktivitäten zeigen, dass Kinder:
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Zusammenhänge analysieren,
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Ursache-Wirkungs-Beziehungen erkennen,
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Problemlösefähigkeiten trainieren,
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Kreativität entwickeln können,
wenn Technologie als Werkzeug genutzt wird – und nicht als „Babysitter“.
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/feduc.2020.574915/full
Bildschirme als Sprache sozialer Zugehörigkeit
Forschende verwenden zunehmend den Begriff der „geteilten digitalen Kultur“ (shared digital culture).
Damit sind gemeint:
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gemeinsame Filme, Serien und Figuren,
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Spielerfahrungen,
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Witze, Redewendungen und Referenzen,
-
eine gemeinsame „Sprache“, die die Zugehörigkeit zu Gleichaltrigengruppen erleichtert.
📌 Ein Kind, das diese Kultur nicht kennt, kann leicht aus Gesprächen ausgeschlossen werden.
Quellen:
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2056305118768300
https://www.unicef.org/globalinsight/media/digital-culture-and-childhood

„Wenn du das nicht weißt, gehörst du nicht dazu“
Studien zur sozialen Integration im Kindergarten- und Grundschulalter zeigen:
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Kinder nutzen Medieninhalte als soziale Brücke,
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gemeinsame Interessen fördern das Zugehörigkeitsgefühl,
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Kinder, die an diesen Gesprächen nicht teilnehmen können, werden häufiger ignoriert oder ausgeschlossen.
Das ist keine theoretische Annahme – es wurde empirisch beobachtet.
Quellen:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0747563217303841
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17482798.2019.1641133
Soziale Isolation und Aggression
Leider zeigen Forschungsergebnisse, dass Kinder, denen der Zugang zu Bildschirmen und zur sozialen Interaktion über digitale Netzwerke vollständig verwehrt wird, häufig ein erhöhtes Risiko für Aggression und soziale Ausgrenzung erleben.
Studien haben festgestellt:
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Kinder, die die gemeinsame Kultur ihrer Gleichaltrigen nicht kennen, können:
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zum Ziel von Spott werden,
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sozial isoliert sein,
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innerhalb der Gruppe als „seltsam“ oder „anders“ wahrgenommen werden.
-
Wichtig: Dies geschieht nicht, weil das Kind „schlechter“ oder weniger fähig wäre, sondern weil es:
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gemeinsame Referenzen nicht erkennt,
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Gruppendynamiken nicht versteht,
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nicht an gemeinsamen Spielen oder Gesprächen teilnehmen kann.
Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7025730/
https://www.childtrends.org/publications/digital-media-peer-relations
Online-Spiele als Raum der Sozialisation
Entgegen einem weit verbreiteten Mythos zeigen Studien, dass:
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viele Spiele Kooperation statt Isolation fördern,
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Kinder dabei lernen:
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Regeln einzuhalten,
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Rollen zu übernehmen und im Team zu arbeiten,
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Konflikte zu lösen,
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Alltagssprache zu verwenden.
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Besonders im Hinblick auf den Spracherwerb:
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Kinder nutzen Fremdsprachen aktiv, statt sie nur abstrakt zu lernen,
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es entwickelt sich vor allem alltagsnahe, gesprochene Sprache – nicht nur akademischer Wortschatz.
Quellen:
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.01221/full
https://www.cambridge.org/core/journals/language-learning-and-technology/article/online-games-and-language-learning
Von Eltern kontrollierte Informationsräume – ein Risiko?
Die Forschung übt auch Kritik an einer vollständigen Filterung von Informationen durch Erwachsene.
Wenn ein Kind:
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ausschließlich mit von den Eltern ausgewählten Inhalten in Kontakt kommt,
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nicht mit der Kultur seiner Gleichaltrigen vertraut gemacht wird,
➡️ kann dies:
-
die Entwicklung von Autonomie hemmen,
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Gefühle von Entfremdung verstärken,
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später zu Konflikten zwischen Kind und Eltern führen.
Quellen:
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1461444820924824
https://www.unicef.org/parenting/child-development/digital-world
Zusammenfassung: Wie ist die Lage wirklich?
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Ein Smartphone ist an sich weder gut noch schlecht.
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Gefährlich ist eine unkritische, einsame und unkontrollierte Nutzung.
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Entscheidend sind Umfeld, Beziehungen und die Präsenz von Erwachsenen.
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Technologie kann Entwicklung sowohl hemmen als auch fördern — abhängig davon, wie sie in das Leben eines Kindes integriert wird.
Wie geht es weiter?
Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit den zukünftigen Entwicklungsanforderungen, die sich für Kinder in einer von IT-Technologien geprägten Welt ergeben — und damit, was es braucht, damit ein junger Mensch diese Welt sicher und selbstbewusst entdecken kann, ohne sich selbst zu schaden.
Wir werden betrachten, wie sich ganz konkret Umgebungen gestalten lassen, in denen Kinder mit Technologie aufwachsen können – und nicht in ihrem Schatten —
wie Sicherheit, Freiheit, Kreativität und reale Erfahrungen miteinander in Einklang gebracht werden können.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie gerne einen Kommentar oder eine E-Mail an
📩 [email protected]
Edda Borde, M.A. in Sozialpsychologie, Autorin des Artikels,
freut sich über den Austausch.
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